Mobbing – wie kann ich mich/mein Kind schützen?

Der Förderverein der Regelschule Küllstedt hatte für den 27.04.2010 zu einem Fachvortrag eingeladen.
Schüler, Eltern, Lehrer und andere interessierte Gäste nutzten die Gelegenheit, sich aus berufenem Munde zum Thema „Mobbing“ zu informieren, denn oft sind wir alle ratlos, wenn unsere Kinder in ihrem Umfeld systematisch ausgegrenzt und diskriminiert werden.

will

Prof. Dr. Hans-Dieter Will, Sozialwissenschaftler und Mitarbeiter an der Fachhochschule Erfurt, war unserer Einladung gerne gefolgt. Und es zeigte sich schnell, dass wir in ihm einen kompetenten und hilfreichen Partner gefunden hatten.

In seinem Vortrag ging er zunächst auf die Ursachen des „Mobbing“ ein. Er machte deutlich, dass jedes Kind und auch jeder Erwachsene Opfer von Ausgrenzung werden kann – und dass es durchaus möglich ist, sich dagegen zur Wehr zu setzen. Ausführlich und mit praktischen Beispielen untersetzt gab er Ratschläge und stellte systematische Handlungsstrategien vor.

Notwendig sei es zunächst, dass sich ein Mobbing-Opfer einer Person seines Vertrauens öffnet, sein Leiden nicht versteckt. Und es habe sogar juristisch Anspruch darauf, Hilfe zu bekommen.

Gefragt seien in solch einer Situation vor allem Klassenleiter bzw. Beratungslehrer und Eltern, aber auch die gesamte Schule oder die Gemeinde. Das Opfer müsse geschützt, Täter zur Rede gestellt und im Wiederholungsfall hart bestraft werden – notfalls auch mit der Versetzung an eine andere Schule. Nirmals dürfe es vorkommen, dass Täter triumphieren, wenn Opfer schließlich aus Frustration aufgeben und die Schule wechseln.

Auch die Eltern seien natürlich gefragt. Sie müssten Warnsignale ernst nehmen, z.B. wenn ihr Kind nicht mehr in die Schule gehen will, sich oft krank fühlt, Albträume hat und in den Leistungen massiv nachlässt. Bei Verdacht auf Mobbing sollten sie die Schule informieren und darauf bestehen, dass umgehend gehandelt wird.

Im zweiten Teil der Veranstaltung im besetzten Speiseraum kam es zu einem regen Austausch zwischen den Gästen und dem Referenten.
Alle fühlten sich am Ende ermutigt, nicht machtlos zu sein, wenn Kinder unter Isolation leiden müssen.

Im Verlauf der Veranstaltung wurden auch die Streitschlichter der Schule aufgerufen, sich bei Mobbing-Vorfällen einzumischen und zu helfen. Anlässlich des erfolgreichen Abschlusses ihrer Streitschlichter-Ausbildung erhielten anschließend mehrere Schüler ihre Abschlussurkunden, verbunden mit den besten Wünschen bei der Fortsetzung ihrer wichtigen Arbeit, die sie seit mehreren Jahren unter der Leitung der Beratungslehrerin Frau Crivellaro erfolgreich leisten.

Streitschlichter mit ihren Urkunden

Streitschlichter mit ihren Urkunden